BYOD@School – aber sicher!

Die Nutzung privater Geräte von Lernenden in der Schule hat Potential: der Medieneinsatz kann unterrichtsnah und schülerzentriert erfolgen. Technische Fragestellungen treten gegenüber fachlichen und medienpädagogischen Fragestellungen in den Hintergrund. Aus einem Handverbot wird eine Handordnung. Die schulinterne Diskussion verändert sich: Aus dem Problemfall Internet kann eine Lösung für vielfältige inhaltliche Fragestellungen werden.
Damit dies gelingt, bedarf es durchdachter technischer Infrastrukturen und systematischer, medienbezogener Schulentwicklung.
Im Vortrag werden anhand von Beispielen aus Projektschule in NRW Lösungsvorschläge aufgezeigt.

Barcamp – Lernen25

Netzwerktreffen der BYOD-Projekte in Duisburg, Willich, Straelen, Kamp-Lintfort und Langenfeld.

 

Learning Lab auf der Didacta, Köln

Das LearningLab ist in diesem Jahr mit zwei Workshops und einem Podium auf der Didacta in Köln vertreten.

Freie Bildungsmaterialen für den Unterricht: Werkzeuge für das Auffinden, Sammeln und Weiterverwenden

Workshop mit Ingo Blees (Deutscher Bildungsserver) und Gianna Scharnberg (LearningLab)

Open Educational Resources (OER), also freie und rechtlich abgesicherte Materialien für den Unterricht, finden zunehmen ihren Platz in der deutschen Bildungslandschaft – sichtbar etwa durch die OER-Studien des BMBF. Im Vortrag wird einleitend gezeigt, was OER sind und welches Potenzial sie für die Bildung haben. Dann richtet sich der Fokus darauf, wie mit OER praktisch gearbeitet werden kann:

  • Wo können passende OER einfach gefunden werden?
  • Wie kann man selbst gute Materialien sammeln und kombinieren?
  • Wie kann die Community beim gemeinsamen Bewerten von Material helfen?

Mittwoch, 17.2.2016, 11:00 – 11:45, Congress Centrum Nord, Konferenzraum C

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OER-Workshop von Lehrer-Online

Gabi Netz (Lehrer-Online) und Richard Heinen (LearningLab)

Unterrichtsmaterialien in klassischer Form werden immer häufiger durch solche aus den digitalen Medien ergänzt. Dabei bleibt das Urheberrecht für Lehrkräfte nicht selten ungeklärt. Open Educational Resources stellen eine Alternative zur rechtlichen Grauzone dar. Materialien werden vom Urheber unter einer besonderen Lizenz veröffentlicht, die Nutzungsrechte klar definiert. Es gibt verschiedene Lizenzen, mit denen ein Urheber anzeigen kann, dass die eigenen Materialien als freie Bildungsmaterialien verwendet werden dürfen. In Deutschland sind die sogenannten Creative Commons-Lizenzen besonders verbreitet.

In unserer Veranstaltung werden die Hintergründe und Nutzungs-Ansätze der neuen Möglichkeiten der freien Unterrichtsmaterialien, der Open Educational Resources (OER) im Netz und konkret im Portal Lehrer-Online besprochen. Bringen Sie gern auch Ihre Fragen mit!

Mittwoch, 17.2.2016, 14:00 – 15:30, Congress Centrum Nord, Konferenzraum G

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Digitale Bildung in NRW

Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 e.V.

Digitalisierung von Schule geht über den Einsatz von Hard- und Software weit hinaus. Damit Schule Bildung für eine Digitale Gesellschaft einlösen kann, müssen sich Selbstverständnis von Schule und Unterrichtsgestaltung grundlegend verändern. Diese Veränderungen finden in NRW an vielen Schulen statt. Akteure aus verschiedenen Schulen diskutieren über Chancen und Herausforderungen in den Veränderungsprozessen.

Auf dem Modium:

  • Ulrike Heuer | Amt für Schulentwicklung, Stadt Köln
  • Peter Jöckel | Schulleiter des Krupp-Gymnasium Duisburg
  • Anna Lambertz | Schülerin des St. Bernhard Gymnasium Willich
  • Katja Pannen | stellv. Schulleiterin der Sekundarschule Straelen Wachtendonk
  • Wolfgang Vaupel | Medienberatung NRW, Düsseldorf
  • Richard Heinen | LearningLab (Moderation)

Freitag, 19.2.2016, 16:00 – 16:45, Forum Didacta aktuell, Hallo 6, Stand C61

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Bildung 4.0 – Lernen im Digitalen Wandel – NRW

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat den Dialogprozess „Lernen im Digitalen Wandel“ gestartet, um darüber mit einer interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren, wie Kitas, Schulen und Hochschulen, aber auch die Fachkräfteausbildung noch besser auf die Anfor­derungen der Digitalisierung vorbereitet werden können.

Das LearningLab unterstützt die Staatskanzlei NRW, das Wissenschaftsministerium NRW und das Schulministerium NRW in diesem Prozess.
Meine Beiträge:

Lerninfrastrukturen in Schulen – Systematische Entwicklung von Medienschulen als Schulentwicklungsprozesse

Das Learning Lab betreut kommunale und regionale Netzwerke von Schule und Schulträgern in der Entwicklung der schulischen Mediennutzung. Dabei geht es sowohl um die Konzeption und Realisierung zukunfstfähiger techischer Infrastruktur vor allem aber um die Entwicklung von Unterrichtskonzepten und einer schulischen Lern- und Austauschkultur.

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Anhörung „Digitale Bildung“ im Bundestag

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Bundestags hatte fünf Experten nach Berlin eingeladen, um über den Antrag „Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“ der Regierungsfraktionen zu diskutieren. Für das Learning Lab nahm Richard Heinen an der Expertenrunde teil.

Die Aufzeichnung der Sitzung am 22. April 2015 ist in der Mediathek des Bundestags verfügbar. Die Positionen, die Richard Heinen vertreten hat, sind in einer schriftlichen Stellungnahme zusammengefasst. Saskia Esken, SPD, fasste die Veranstaltung in einer Pressemeldung zusammen.

Leitperspektive Medienbildung – Anspruch und Wirklichkeit

RH-LMZWie sehen die kommenden Bildungspläne 2016 aus? Werden Sie den Ansprüchen an eine umfassende Medienbildung gerecht? Wie kann die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte weiterentwickelt werden und wie sieht eine sinnvolle und zeitgemäße technische Ausstattung und Betreuung der Schulen aus? Diesen Fragen gingen die Referenten beim Tag der offenen Tür des Stadtmedienzentrums Stuttgart (SMZ) am 16. April nach. Anlässlich der jüngst abgeschlossenen Renovierungsmaßnahmen luden der Leiter Johannes Gienger und sein Team Experten aus Politik, Wissenschaft und pädagogischer Praxis zum fachlichen Austausch ein.

BYOD und schulische IT-Infrastruktur ergänzen sich

Richard Heinen vom Learning Lab an der Uni Essen-Duisburg betreut das Projekt School IT Rhein Waal, das vier Schulen in der deutsch-niederländischen Grenzregion am Niederrhein zu „Medienschulen“ entwickelt. Dabei wird insbesondere der Bring-Your-Own-Device-Ansatz (BYOD) verfolgt, bei dem die private Hardware der Jugendlichen, also Laptops, Tablets und Smartphones, in den Unterricht integriert wird. Zudem setzt man im Projekt darauf, Schülerinnen und Schüler zu schulischen IT-Experten zur Unterstützung von Lehrkräften und Mitschülern auszubilden und man kooperiert mit lokalen IT-Unternehmen. MediaCulture-Online hat im vergangenen Jahr ausführlich über das Projekt berichtet.

Die Arbeitsgruppe Schule am Learning Lab befasst sich mit der Frage, wie die begrenzten Ressourcen, die für schulische Infrastruktur zur Verfügung stehen, möglichst sinnvoll eingesetzt werden können. Denn die technische Ausstattung alleine habe kaum einen positiven Effekt, so Heinen. Er kritisierte etwa die massenhafte Anschaffung von Interaktiven Whiteboards, die nur zur „Zementierung des Frontalunterrichts“ führten und für die Entwicklung einer modernen Lernkultur eher hinderlich seien. Wenn man sich „digitalen Unterricht“ so vorstelle, dass die Schülerinnen und Schüler alle in Einzelarbeit vor den Bildschirmen sitzen, dann könne man es den Kritikern nicht verübeln, wenn sie gegen die „Zwangsdigitalisierung“ oder „Computerisierung des Unterrichts“ Sturm liefen. Man brauche vielfältige Lernumgebungen, in denen Kinder und Jugendliche lernen, kreativ und selbstbestimmt mit Medien umzugehen und sie sinnvoll in den einzelnen Fächern einzusetzen.

Technik allein ist wenig hilfreich

Interessant war Heinens Blick über die Grenze: An einer der niederländischen Schulen im Projekt kämen auf 900 Schülerinnen und Schüler nicht nur 300 Rechner, sondern auch zwei in Vollzeit angestellte IT-Leute, die stets vor Ort sind und sowohl die Geräte warten als auch bei Projekten helfen. Hierzulande wird die Wartung der IT-Infrastruktur häufig von Lehrkräften nebenbei erledigt oder man ist auf externe Dienstleister angewiesen.

Doch neben der technischen Infrastruktur und deren Betreuung gehöre zu einer optimalen medialen Lernumgebung auch der Content, also für die Bildung geeignete Inhalte. Dabei komme es eine angemessene Mischung aus „klassischem“ Content in Form von Büchern und digitalen Ressourcen an. Bei Letzteren komme dem Thema Open Educational Ressources (OER) eine wachsende Bedeutung zu. Bei OER handelt es sich um Bildungsinhalte, die zu Lehr- und Lernzwecken ohne urheberrechtliche Bedenken wiederverwendet, überarbeitet, neu zusammengestellt, wiederveröffentlicht und langfristig behalten werden dürfen (englisch: reuse, revise, remix, redistribute, retain, 5-R). Das Stichwort OER führe bei Verlagen aufgrund wirtschaftlicher Befürchtungen schnell zu einem Schwarz-Weiß-Denken, hier gelte es Organisationsformen zu finden, dass diese „5 Rs“ garantiert werden.

Heinen sprach zudem ein Problem an, das sich vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen an Schulen stellt, die sich mit dem BYOD-Ansatz beschäftigen: Sie trauen sich oftmals nicht, mit anderen darüber zu sprechen. Aufgrund von Handyverboten und datenschutzrechtlichen Problemen behielten viele Lehrerinnen und Lehrer ihre Unterrichtsideen lieber für sich, um sich nicht in Gefahr zu bringen. Hier sei mehr Kommunikation und Vernetzung nötig. Man müsse Initiativen auf der Praxisebene „wachsen lassen und dann Strukturen schaffen“, die deren Ideen in geordnete Bahnen leiten und für die breite Masse der Schulen nutzbar machen.